Und es hat „Määäääääh!“ gemacht

By Stefanie Wenta / On / In Wirtschaft und Nachhaltigkeit

100 Augen richten sich auf uns, als die Autotür zuschlägt. 100 Ohren spitzen sich, 200 Beine stemmen sich in den Boden: Wer kommt da? Mein Sohn und ich fühlen uns beobachtet, wie Eindringlinge in ein geschlossenes Territorium kommen wir uns vor. Wir sind beim Waldziegenhof der Familie Mareth in Ziertheim und die 50 Thüringer Waldziegen, die dem Hof seinen Namen geben, stempeln uns beim ersten Anblick als Fremde ab. Wir rufen ein zaghaftes „Hallo!“ in ihre Richtung und freuen uns, als uns Monika Mareth entdeckt und in den zum Hof gehörenden Laden führt.

Ich liebe Ziegen. Wo immer ich eine sehe, muss ich anhalten und sie zumindest ansehen. Ganz erklären kann ich mir das nicht. Vielleicht liegt der Grund dafür in den neugierig glänzenden Augen dieser zutraulichen und geselligen Tiere. Oder an der gefühlten Seelenverwandtschaft zwischen Charakterköpfen. Wie konnte es dazu kommen, dass die sympathischen Kletterprofis als Nutz- oder Haustiere bei uns kaum noch eine Rolle spielen? Jürgen Mareth weiß die Antwort darauf.
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28.03.2017 Dokumentarfilm Bauer unser

By Stefanie Wenta / On / In Uncategorized

In mehreren – ausgewählten! – deutschen Kinos läuft momentan der Dokumentarfilm „Bauer unser“.  Der Film zeigt auf, wie Landwirtschaft heute funktioniert, welche Folgen Globalisierung und stetiges Wachstum auf die Produktion unserer Nahrungsmittel haben und auch, wie es anders gehen kann.

Hier der offizielle Trailer zum Film:

https://www.youtube.com/watch?v=7_nXbFiRYDE

Das Bild zum Film „Bauer unser“ ist entnommen von der offiziellen Facebook-Seite von Bauer unser (Chronik-Fotos).

20.09.2016 „Bauer to the people“ oder Warum in der Ferne kaufen, wenn das Gute liegt so nah?

By Stefanie Wenta / On / In Uncategorized

Wann waren Sie zuletzt auf dem Wochenmarkt oder sogar in einem Hofladen, um Lebensmittel zu kaufen? Gibt es solche regionalen Einkaufsmöglichkeiten überhaupt in Ihrer Gegend? Und Gegenfrage: Wann haben Sie sich zuletzt über mangelnde Transparenz und Qualität in Bezug auf Lebensmittel beim Einkauf im Supermarkt geärgert?

Nach Jahren, in denen Lebensmittel vor allem billig sein mussten, sommers wie winters sämtliche Obst- und Gemüsesorten vorrätig und Exotisches täglich vom anderen Ende der Welt angeliefert werden musste, ändern nun viele Menschen ihr Konsumverhalten. Sie sehen, welchen Preis diese Billig- und Massenproduktion eigentlich hat: Wir wissen nicht mehr, woher unsere Nahrung stammt, wir wissen nicht, unter welchen Umständen sie produziert wurde und welche Substanzen sie außer den eigentlichen Grundzutaten noch enthält. Fast täglich erreichen uns Berichte und Bilder, die uns den Geschmack verderben an dem, was auf unseren Tellern landet. Infolgedessen steigt die Nachfrage nach biologischen, vegetarischen, veganen oder sogar gluten- und laktosefreien Nahrungsmitteln. Das erkennt natürlich auch die Industrie und stellt sogleich das Angebot entsprechend der Nachfrage um.

Und was passiert? Aus Nischenmärkten wird innerhalb kürzester Zeit wiederum ein Massenmarkt – mit derselben Unübersichtlichkeit und denselben Produktionsmustern wie bei konventionellen Lebensmitteln. Sind wir in einem Kreislauf gefangen, der uns keine Entscheidungsfreiheit lässt bei der Wahl unserer Lebensmittel?

Ich glaube nicht.

Lebensmittelkonsum: Das Umdenken hat begonnen

Den nächsten Schritt haben einige findige Leute bereits getan, indem sie sich rückbesinnen auf das, was zählt. Sie haben Food Assembly gegründet – ein soziales Unternehmen, das man gut als modernen Ableger des Wochen- oder Bauernmarkts bezeichnen kann.

https://www.youtube.com/watch?v=dJ3sPKHaeOU

Menschen, die Wert auf die Herkunft und Qualität ihrer Lebensmittel legen, kommen wöchentlich in einer Assembly (Versammlung) mit lokalen Erzeugern zusammen. Zuvor haben sie im Internet die Möglichkeit, sich die in der Assembly vertretenen Produzenten mit ihrem jeweiligen Angebot anzusehen und können exakt die Lebensmittel bestellen, die sie benötigen. Den lokalen Erzeugern – oft kleine Betriebe – bietet das Konzept eine gute Planbarkeit, neue Vertriebswege und die Einsparung von Kosten, die zum Beispiel für die Standgebühr auf einem Wochenmarkt anfallen würden. Kunden erhalten den direkten Kontakt zu den Erzeugern, da diese die bestellten Waren mit in die wöchentliche Assembly bringen, wo sie dann abgeholt werden können. Für Kunden und Erzeuger bedeutet die wöchentliche Zusammenkunft eine Möglichkeit zum geselligen Bei- und Miteinander.

Regionale Wirtschaft, Nachhaltigkeit, Lebensmittelqualität und gesellschaftlicher Austausch werden so gefördert. Read more „20.09.2016 „Bauer to the people“ oder Warum in der Ferne kaufen, wenn das Gute liegt so nah?“