Seit gestern tagen bei der 23. Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen in Bonn unter der Präsidenschaft von Fidschi Vertreter aus 195 Ländern, um Lösungen für die steigende Erderwärmung und damit einhergehender Probleme zu finden. Es wird – wie immer – um viel Geld gehen. Geld ist sicher wichtig, denn nur damit lassen sich Investitionen in Klimaschutz und in die Beseitigung von durch den Klimawandel bedingten Schäden tätigen. Doch was meiner Meinung nach viel wichtiger wäre: wirklich Maßnahmen zu finden, die zur Erreichung des 2015 im Pariser Abkommen erklärten Ziels führen, nämlich die vom Menschen verursachte globale Erwärmung auf unter 2 °C gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen.
Es ist gut, dass BMUB und BMZ (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit; Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) umfassend über die Konferenz berichten und dass neben Politikern und Abgesandten der jeweiligen Regierungen auch Vertreter von NGOs und aus der Zivilgesellschaft mit dabei sind (zumindest bei den zusätzlich angebotenen Rahmenveranstaltungen). Ob im Anschluss an die Mega-Veranstaltung ein „Talanoa-Dialog“ mit den Bürgern über die beschlossenen Maßnahmen zustandekommt oder ob wir uns wieder einmal mit unzureichenden, oberflächlichen Ergebnissen und nebulösen Formulierungen abfinden müssen, bleibt abzuwarten.
#COP23
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US-Präsident Donald Trump hat das Klimaschutzabkommen von Paris gekündigt. Die Medien überschlagen sich mit Berichten und Meinungen. Ich möchte hier lediglich auf eine Analyse von Spiegel Online verlinken, da ich glaube, dass sie die Folgen dieser Entscheidung für Umwelt, Wirtschaft und Globalität sehr objektiv und unaufgeregt darlegt.
Was der Ausstieg der USA für die Welt bedeutet
Ich hoffe sehr, dass sich durch diese Ereignisse alle anderen Staaten ermutigt und in der Pflicht sehen, ihre Absichtserklärungen schneller und effizienter als bisher umzusetzen.
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Vergangene Woche referierte Herr Dr. Gerd Müller, Bundesentwicklungsminister, in meiner Nachbarstadt Giengen zum Thema „Globalisierung gerecht gestalten“.
Für mich stand außer Frage, diese Veranstaltung zu besuchen. Erstens: wann kommt schon mal ein Bundesminister auf die Ostalb? (Nun gut: am 11.5. kommt Angela Merkel nach Heidenheim und wird vor und mit einem auserwählten Kreis von ehrenamtlich Tätigen sprechen.) Zweitens: Globalisierung, Entwicklungshilfe und -arbeit oder Nachhaltigkeit sind Themen, die mich täglich beschäftigen.
Minister Müller sprach davon, dass die Industrienation lernen müssten, den Reichtum neu zu verteilen. Bricht man das herunter, bedeutet es, dass jeder einzelne sein Konsumverhalten überdenken und letztlich auch konsequent ändern muss, um auf globaler Ebene eine gerechtere Verteilung von Reichtum zu ermöglichen.
Was wir essen, tragen, besitzen, wie wir kommunizieren, uns vergnügen oder reisen hat gravierende Auswirkungen auf unsere Umwelt, die Arbeitsbedingungen von Menschen und die Stabilität und Entwicklung vieler Staaten, von denen wir vielleicht höchstens einmal den Namen gehört haben. Es geht um nichts anderes als Zukunftssicherung.
Nicht umsonst beruht die Agenda der diesjährigen deutschen G20-Präsidentschaft auf den eng mit der Entwicklungsarbeit verknüpften Säulen „Stabilität sicherstellen“, „Zukunftsfähigkeit verbessern“ und „Verantwortung übernehmen“.
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat auf seiner Website eine Sonderseite zu den Themen veröffentlicht, die den drei Agenda-Punkten zugeordnet sind:
https://www.bmz.de/de/service/sonderseiten/g20/start/index.html
Bei einem Ministerium, das sich für wirtschaftliche Zusammenarbeit einsetzt, sehe ich in vielen Bereichen, wie zum Beispiel beim Thema „Pandemien verhindern“ in erster Linie auch Absichten, neue Märkte für deutsche Unternehmen zu gewinnen. Welcher Pharmariese, welcher Hersteller von Medizintechnik, welcher Entwickler von IT- oder Energielösungen würde sich nicht freuen über neue Absatzgebiete für seine Produkte? Inwieweit eine verbesserte internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit auch zu einer gerechteren Verteilung des Reichtums – und eben nicht zu einer weiteren Ausbeutung durch „westliche“ Konzerne – führen wird, liegt ganz bestimmt auch wieder an unserer individuellen Einstellung zu Konsum und Verbrauch.
In diesem Zusammenhang interessant auch Dokumentation „Konzerne als Retter“ von Arte, die am kommenden Dienstag, 9.5., ausgestrahlt wird:
http://www.arte.tv/de/videos/059525-000-A/konzerne-als-retter
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